Die Klinik in der Gegenwart
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Unter Professor Helmut Kerl wurde der weitere Aufbau der Klinik fortgesetzt, um den Hauptaufgaben, relevante dermatologische Forschung, moderne Lehre und zeitgemäße klinische Dermatologie im vollen Umfang gerecht zu werden. Die Klinik umfasst seit Abschluss des Bauvorhabens LKH 2000 drei Bettenstationen und eine Tagesklinik mit über 80 Betten.
Die Bettenstationen werden im hohen Ausmaß von Patienten mit Hauttumoren und klassischen
dermatologischen Erkrankungen belegt.
Die operative Dermatologie ist ein bedeutender Schwerpunkt der Klinik. In den neuen Operationsräumen werden neben den Routineeingriffen besonders Venenoperationen, wie zum Beispiel die endoskopische Perforanten-Diszision, Laserbehandlungen und andere moderne Operationstechniken durchgeführt.
Viele Patienten werden jedoch ambulant betreut. Die erste Anlaufstation ist die Allgemeine Ambulanz, in der jährlich bis zu 30.000 PatientInnen versorgt werden. Um diese große Zahl an Patienten reibungslos versorgen zu können, wurde 1998 die Ambulanz großzügig ausgebaut und im April 2003 ein Bestellsystem (Terminambulanz) eingeführt. Die Hauptambulanz ist aber auch die zentrale Verteilerstelle für spezielle Untersuchungen und Behandlungen in den anderen Bereichen der Hautklinik.
In der Allergieambulanz werden Krankheiten aus dem allergologischen Formenkreis abgeklärt. Hauttests und die Bestimmung von spezifischen Immunglobulinen im eigenen Labor ermöglichen meist eine exakte Diagnose. Um der stetigen Zunahme der Allergien Rechnung zu tragen, wurde 1993 die Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie gegründet. Unter der Leitung von Professor Werner Aberer entwickelte sich diese Abteilung zu einem internationalen Zentrum für allergologische Erkrankungen.
Die Dermatologische Gefäßambulanz - im Volksmund "Venenambulanz" besteht bereits seit Jahrzehnten. Die exakte klinische Untersuchung und aufwendige apparative diagnostische Verfahren, wie die farbcodierte Duplexsonographie, garantieren eine optimale Betreuung von Patienten mit Gefäßerkrankungen.
In den nächsten Jahrzehnten werden wir uns vor allem mit der Vorsorgemedizin auseinandersetzten müssen. Die Pigmenttumor Vorsorge Ambulanz dient der Früherkennung maligner Melanome. Pigmentierte Hautläsionen werden klinisch und mit Hilfe der Auflichtmikroskopie untersucht. Für die Dokumentation stehen den Ärzten die modernsten Geräte zur Verfügung.
Durch die kontinuierliche Zunahme des bösartigsten Hauttumors, des malignen Melanoms, entwickelte sich die Melanom-Nachsorge zu einem wichtigen Schwerpunkt. 1997 wurden nahezu 3000 Patienten in der Melanom Nachsorgeambulanz behandelt. Neue Behandlungsverfahren, wie zum Beispiel die in Zusammenarbeit die Gentherapie und die Hyperthermie wurden eingeführt.
Die exakte Diagnosestellung, welche in Zusammenschau mit dem klinischen Bild, der histologischen Befunde und der molekularbiologischen Analyse geschieht, steht im Mittelpunkt der Arbeit in der Ambulanz für kutane Lymphome. Die malignen Lymphome representieren ein Hauptarbeitsgebiet der Klinik mit weltweiter Anerkennung.
Die Ambulanz für Autoimmundermatosen, die Borrelienambulanz, die Ambulanz für Geschlechtskrankheiten, die Ambulanz für Akne und Gesichtsdermatosen, die Ambulanz für kosmetische Dermatologie, die Ambulanz für Haar- und Kopfhauterkrankungen, die pädiatrische Ambulanz und die Ambulanz für Schwangerschaftsdermatosen stehen den Patienten mit speziellen Erkrankungen und Fragestellungen zu Verfügung.
In der Ambulanz für Phototherapie werden Behandlungen mit UV-Licht durchgeführt. Lichttestungen und die Testung neuer Sonnenschutzsubstanzen zählen ebenfalls zu den Aufgaben dieser Ambulanz.
Dieser Ambulanz ist eine Photopherese-Einheit angegliedert. Bei der extrakorporalen Photopherese handelt es sich um eine neuartige Therapieform, bei der die weißen Blutzellen außerhalb des Körpers bestrahlt und anschließend dem Patienten wieder rückinfundiert werden.
Laserbehandlungen werden in der heutigen Zeit wegen der guten kosmetischen Erfolge immer beliebter. In der Ambulanz für Laserbehandlung werden mit den modernsten Lasergeräten hauptsächlich vaskuläre Läsionen und oberflächliche Hauttumoren behandelt.
Bei speziellen Indikationen ist die Dermatoröntgentherapie immer noch eine gern genutzte therapeutische Alternative.
Hauseigene Labors, wie das Labor für spezielle Dermatologie, das Autoimmunlabor, das Allergielabor und das venerologische Labor ermöglichen einen genaue und schnelle Erfassung wichtiger dermatologischer Laborparameter.
Das dermato-pathologische Labor ist das größte hauseigene Labor. Es ist mit den modernsten Geräten einschließlich vollautomatischer Färbe- und Eindeck-Automaten ausgerüstet. 1997 wurden fast 50 000 histologische Schnitte befundet. Da die Grazer Hautklinik in der Dermatopathologie international führend ist, werden jährlich an die 500 dermatopathologische Konsiliarfälle aus aller Welt übermittelt.
Im mykologisch-mikrobiologischen Labor folgt nach der exakten Abnahme des Probenmaterials, die mikroskopische Nativuntersuchung und das Anlegen einer Pilzkultur.
Das Photolabor und Photoarchiv ist für die Patientendokumentation und die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Studenten von großer Bedeutung.
Weitere Einrichtungen der Klinik dienen zu einem Großteil der vielfältigen Forschung und der experimentellen Dermatologie.
Das molekularbiologische Labor der Klinik wurde im Jahre 1995 eingerichtet. Eine moderne apparative Ausstattung ermöglicht die Durchführung der meisten molekularbiologischen Techniken. Die wissenschaftlichen Aktivitäten betreffen vor allem die Lymphomforschung, PUVA-Karzinogenese und Photoprotektion sowie die dermatologische Infektiologie.
Klinische oder mikroskopische Bilder werden im Labor für analytisch-morphologische Dermatologie digitalisiert und mit mathematischen Methoden weiter verarbeitet und analysiert. An der Grazer Hautklinik wird auf diesem Sektor wesentliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet.
Im Gewebekulturlabor werden Zellen der Haut gezüchtet. So werden zum Beispiel Keratinozytenkulturen gewonnen, die dann im Sprühverfahren Patienten mit Beinulcera verabreicht werden. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Erforschung des Einflusses von UV-Strahlen auf Zellen der Haut, sowie in Versuchen mit Endothelzellen, Lymphomzellen und Melanomzellen.
Die Mitarbeiter der Klinik veröffentlichen zahllose Publikationen in internationalen Fachzeitschriften und stellen ihre neuesten Forschungsergebnisse auf Kongressen in aller Welt vor. Viele der Arbeiten wurden mit in- und ausländische Preisen ausgezeichnet. Auch werden laufend Kongresse und Tagungen von der Grazer Hautklinik organisiert.
Der Aufgabenbereich der Lehre ist mit großer Verantwortung verbunden. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Hauptvorlesung und die praktischen Übungen aus Dermatologie. Bei dieser Lehrveranstaltung wird den Studenten in anschaulicher und Patienten-bezogener Form das Pflichtprüfungsfach Dermatologie und Venerologie nähergebracht. Als Lernbehelfe für Studenten wurden eine CD-ROM und ein Lehrbuch herausgegeben.
Aber auch die Ausbildung der Turnusärzte und besonders der Fachärzte ist ein zentrales Anliegen der Klinik. Um den Kollegen die neueste Forschungsergebnisse vorzustellen und den persönlichen Kontakt zu pflegen werden an der Klinik regelmäßig Abendseminare abgehalten.
Letzte Aktualisierung: 23.11.2010